Unsere Longhorns

Tierhaltung

Unsere Longhorns leben in der natürlichsten Form der Rinderhaltung als Mutterkuhherde zusammen.

Der Bulle läuft das ganze Jahr mit in der Herde und sorgt für Nachwuchs. Die Kälber bleiben mindestens 8 Monate bei ihren Müttern.

Die tägliche Arbeit der Longhorns besteht darin, die Natur zu schützen und die Kulturlandschaft zu erhalten. Unsere Tiere haben das ganze Jahr Weidegang. Im Sommer beweiden sie unter anderem Naturschutzflächen am Dümmer See. Im Winter werden sie bei uns zu Hause mit Heu oder Wickelballen versorgt und können einen schützenden Stall aufsuchen.

Die Kuh-Kälber brauchen wir um den Bestand zu erweitern. Aus den Bullen-Kälbern werden im Alter von 10 Monaten Ochsen gemacht. Diese Ochsen werden dann im Alter von 2,5 – 3 Jahren geschlachtet.

Rasseporträt

Das Ursprungsgebiet dieser einst sehr populären und beliebten Rinderrasse liegt im englischen Yorkshire.

Von da aus erfolgte die Verbreitung in die anderen Gebiete Englands. Robert Bakewall (1725-1795) hat Anfang des 18. Jahrhunderts das erste dokumentierte Zuchtprogramm in der Geschichte der Nutztierhaltung durchgeführt und somit den Longhorn Rindern zu großer Popularität verholfen.

Durch gezielte Auswahl der Elterntiere züchtete Bakewell die Longhorns, die bis dahin eine Dreinutzungsrasse waren (Milch-, Fleisch- und Zugtiere) in eine reine Fleischrasse um. Ohne das die bisher angestrebten Merkmale wie Langlebigkeit, Michreichtum, Leichtkalbigkeit und Anpassungsfähigkeit an nahezu alle Futter- und Klimabedingungen verloren gingen.

Der Zuchtverband „The Longhorn Cattle Society“ wurde 1887 gegründet und ist heute noch sehr aktiv für die Belange der Rasse tätig.

Das Longhorn, wie man es heute züchtet, unterscheidet sich kaum von seinen Vorfahren. Wie prähistorische Höhlenmalerein zeigen, sind Rinderrassen dieser „Primitivfärbung“ schon seit Urzeiten in ganz Europa bekannt. Auch Knochenfunde belegen, dass sie Rinderrassen Europas vor 7000 Jahren gravierende Ähnlichkeiten mit den heutigen Longhorns aufwiesen. Es ist ein mittelrahmiges, gut bemuskeltes Rind, von großer Farbenvielfalt. Allerdings ist die weiße Zeichnung, genannt „Finshing“ auf Rücken, Schwanz und Unterseite obligatorisch. Besonderer Wert wird auf einen geraden Rücken, ausgeprägte Hinterviertel, gut gewölbte Rippe und kräftige Fundament, mit guten Klauen gelegt.

Leichtkalbigkeit, beste Muttereigenschaften und ein absolut gutmütiger Charakter sind fest in der Rasse verankert. Ausgewachsene Bullen erreichen ein Gewicht von bis zu 1.300 Kilo, Kühe von bis zu 900 Kilo.

Einsatz

Zu keiner Zeit hat sich die Entwicklung in der Landwirtschaft, hin zu extensiven umwelt- und tiergerechten Bewirtschaftungsformen so schnell vollzogen, wie in den letzten Jahren. Ständig ändern sich die Produktionsbedingungen, sei es durch Gesetze, Verordnungen oder durch das von Lebensmittelskandalen verunsicherte Verbraucherverhalten. Durch den Wegfall der Direktzahlung, in Rahmen der GAP Reform, ist für das Überleben der Mutterkuhhaltung eine absolut wirtschaftliche Rasse von großer Bedeutung.

Ein immer höherer Stellenwert kommt dem Naturschutz zu. Flächen, die bisher eher intensiv genutzt wurden, werden in Grünland umgewandelt, auf denen nicht gedüngt und nicht mit Pflanzenschutzmitteln gearbeitet werden darf. Wiesen und Weiden, die bisher drei- bis viermal im Jahr gedüngt und gemäht wurden, werden sich selbst überlassen und z.B. in Naturschutzflächen umgewandelt. Somit sind sie für die Nutzung mit den konventionellen Rassen nur noch bedingt geeignet. Die sogenannten Intensivrassen können aus dieser Futtergrundlage alleine ihren hohen Bedarf nicht mehr decken und müssen unter Umständen sehr kosten- und arbeitsaufwändig zugefüttert werden, um befriedigende Leistung zu erbringen.

Unter diesen erschwerten Bedingungen haben Longhorns sich aufgrund ihrer schon erwähnten Merkmale bestens bewährt. Sie sind in der Lage auch Grundfutter minderer Qualität in qualitativ hochwertiges Fleisch umzuwandeln. Bei ganzjähriger Außenhaltung lässt sich durch die frühe Beweidung, der Aufwuchs von Disteln, Brennnesseln und Ampfer stark zurückdrängen. Durch das wenig selektive Fressverhalten wird der Verbuschung keine Chance gegeben.

Der ruhige Charakter der Longhorns ist ausschlaggebend für eine schonende Beweidung aller Flächen, ohne die großflächige Zerstörung der Grasnarbe durch Trittschäden.